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Elementares Trommeln | Die Ahnen-Trommeln

Elementares Trommeln | Die Ahnen-Trommeln

NEOeso, Religionen, Schamanismus

Trommeln, oder andere rhythmische trommelähnliche Musikinstrumente, sind für Schamanen auf der ganzen Welt für ihre schamanischen Reisen von unerlässlicher Bedeutung. Die Schamanentrommel ist ein Werkzeug zur Tranceinduktion und dient als Fahrzeug durch andere Welten. Der Schlag der Trommel beeindruckt Wesenheiten in anderen Welten ebenso wie die Menschen selbst. Der Trommelschlag verleiht dem Schamanen die notwendige Kraft um zu heilen oder um eigene Widerstände und Begrenztheiten zu überwinden. Somit ist die Trommel nicht nur ein magisches Instrument, sondern auch ein therapeutisches Mittel zur Heilung und für die persönliche Selbstentfaltung.

Beim schamanischen Trance-Trommeln gibt es keinen festgelegten Ablauf. Die Treffen sind offen, jeder kann seine eigene Trommel (möglichst Rahmentrommeln) mitbringen, es stehen aber auch genug Trommeln zur Verfügung. Gemeinsam trommeln wir uns in unterschiedlich tiefe Trance-Zustände. Schamanische Räucherungen unterstützen den Ablauf der Rituale. Jedes Treffen hat einen Schwerpunkt – bitte gegebenenfalls bei der Anmeldung erfragen. Die schamanischen Reisen führen durch die eigene Biographie, zu Tierverbündeten, Geistern, Göttern, Ahnen und anderen Wesenheiten. Es wird ein reichhaltiges Repertoire an Techniken vermittelt, die jeder Einzelne für sich selbst weiter verwenden kann. Das Schamanische-Trance-Trommeln ist zeitlich nicht festgelegt und dauert je nach Ritual zwischen zwei bis drei Stunden, wobei kurze Pausen gemacht werden.

(Ähnlich den Batá-Trommeln, dies sind nigerianische bzw. afrokubanische Perkussionsinstrumente.)

Sie sind Sanduhr-förmig oder V-förmig und an beiden Seiten bespannt. Sie erklingen vorwiegend zu feierlichen Zeremonien zu Ehren der Ahnen und der Vergangenen und sind auch außerhalb des religiösen Kontextes bei magischen Ritualen zu hören.

Dabei kommen in den modernen Ritualen immer 3 unterschiedlich große und von beiden Seiten bespielbare Trommeln zum Einsatz. „Mutter“, die größte und tiefste Trommel wird vom erfahrensten Trommler geschlagen. „Vater“ ist die mittlere und „Selbst“, die kleinste Trommel, die die höchste Tonlage erzeugt.

Jede dieser Trommeln symbolisieren einen Teil der Ahnen und sich selbst. Sie liegen den Spielern waagerecht auf dem Schoß und werden mit den Händen bespielt. Dadurch wird der Fluss der Energien der einzelnen Elemente verbunden.

Nach dem Ahnenglauben sind diese Trommeln lebendig und „sprechen“ zu ihren Hörern in Klängen. Während der Rituale dienen die Trommeln als Gefäße der „göttlichen“ Geheimnisse bzw. des allumfassenden Wissens der Ahnen.

Um den Instrumenten schon bei der Herstellung und Verarbeitung den spirituellen Odem einzuflößen, werden spezielle Verfahren angewandt. So dürfen beispielsweise weder Feuer noch Wärme an das Holz kommen, um es zu biegen. Auch die „Weihe“ der Instrumente ist genau vorgeschrieben und wird im Kreise der Familie geweiht, damit die Trommeln den Ahnen als Stimme dienen können.

Einstmals – vor sehr langer Zeit – ging Fumeripits, der „Windmann“, in den Wald und baute ein Festhaus. Dort aber war niemand außer ihm. Um nicht so allein zu sein, fällte er Bäume und schnitzte aus dem Holz Figuren, eine jede mit Kopf, Körper, Armen und Beinen, manche männlich, manche weiblich. Er stellte die Figuren in sein Festhaus, aber dennoch war er dort allein. Die Figuren bewegten sich nicht.

Da fällte er noch einen Baum, höhlte ein Stück des Stammes aus und schnitzte daraus eine Trommel. Die eine Öffnung des Trommelkörpers bedeckte er mit Echsenhaut, vermischte Kalk mit seinem eigenen Blut, klebte die Haut damit am Rand des Instrumentes fest und spannte sie mit einem Rotanring. Dann fing er an zu trommeln. Und mit den Trommelschlägen begannen die Holzfiguren sich zu bewegen, zuerst etwas linkisch, aber allmählich lösten sich ihre steifen Gelenke, und sie tanzten und sangen wie Menschen. Dies waren die ersten Asmat.

Später traf Fumeripits auf ein Krokodil, das ihn verschlingen wollte. Er aber tötete das Ungeheuer, zerschnitt es in viele Stücke und warf diese hoch zum Himmel. Sie fielen jedoch wieder auf die Erde zurück und verwandelten sich in andere Menschen. Das sind die Nachbarn der Asmat.

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